Union punktet bei Chaostagen

Stoiber der bessere Mann für Law & Order?

Nachdem das zu Grunde liegende Konzept in den ersten Anläufen (Danzig, Königsberg) fälschlich als gescheitert betrachtet worden war, konnte an diesem Wochenende die "Festung München" (Bild-Zeitung) dem Ansturm der Punks und Chaoten trotzen. Statt Bier und Bambule gab es Sonne und Sommerschlussverkauf. Zum großen Schrecken der Punks könnte sich herausstellen, dass ausgerechnet sie das Zünglein an der Waage für den Wahlsieg der Union bei den kommenden Bundestagswahlen sein könnten.
Während die "Chaostage" in der Niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover niemals wirklich hatten verhindert werden können, als Schröder dort jahrelang als Ministerpräsident regierte, scheinen sie ihn nun auch auf der Bundesebene eingeholt zu haben: Nach den gescheiterten Krawallen in München gewinnt Stoiber in den Augen der Wähler an Kompetenz im Bereich der öffentlichen Sicherheit, indem er ausgerechnet jenes Problem souverän bewältigt, an dem Schröder stets gescheitert ist.
Es ist zu erwarten, dass die CDU/CSU versuchen wird, aus der Steilvorlage der Punks Wahlkampfkapital zu schlagen. Stoibers designierter Innenminister nach einem möglichen Machtwechsel, der bayrische Innenminister Beckstein, hat bereits für den Fall eines Wahlsieges eine "Offensive gegen Vandalismus und Verwahrlosungstendenzen" angekündigt. Damit sollen auch Veranstaltungen wie die "Chaostage" bald bundesweit der Vergangenheit angehören.
"Nichts hat mir in meiner Karriere mehr geschadet als die verdammten Chaostage", dieser oft zitierte Satz von Bundeskanzler Schröder, könnte eine prophetische Wendung nehmen.
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