Sicherheitskonzept hat sich bewährt

Münchener Polizei hatte Chaoten im Griff
Ein gutes Stück harter Arbeit haben die Münchener Polizeibeamten schon hinter sich gebracht. Und der Lohn der Anstrengungen wiegt an diesem Tag schwerer als die monatliche Gehaltsabrechnung. Denn am ersten Tag der befürchten Chaos-Tage ist es in München ruhig geblieben. Punks und Autonome aus ganz Europa hatten im Internet dazu aufgerufen, die Stadt „in Schutt und Asche“ zu legen.
Rund 1300 Polizeibeamte sind derzeit im Einsatz. 600 zusätzliche Haftplätze wurden eingerichtet, um mögliche Störer und Randalierer dahin zu sperren, wo solche Unruhestifter hingehören – hinter Schloss und Riegel. Jugendliche, die keiner politischen Strömung zuzurechnen sind, pubertäres Anhängsel einer „missratenen Spaßgesellschaft", die fortwährend "bloß Späße machen und herumpöbeln wollen".
Vor diesem Hintergrund wurden am gestrigen Freitag laut Agenturberichten „425 Personen kontrolliert und dabei 210 Platzverweise ausgesprochen“. Vier Festnahmen erfolgten wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 67 Personen wurden vorläufig in Gewahrsam genommen. Die Strategie der Polizei "Deeskalation durch Prävention" ging zumindest am Freitag auf. Münchener Bürger hoffen nun auch auf einen ruhiges Wochenende. Die Geschäfte in der Münchener Innenstadt hatten im Vorfeld Umsatzeinbußen wegen der Chaos-Tage befürchtet.
Mit Aufrufen wie „In München steht kein Hofbräuhaus“ provozierten die Jugendlichen mit dem szenetypischen, geschmacklosen Humor seit Monaten auf diversen so genannten Webseiten im Internet. Doch schon im Vorfeld zeigten engagierte Journalisten die Flugblätter und machten so die furchtbaren Absichten der Jugendlichen öffentlich. Und nicht zuletzt dadurch konnte sich die Münchener Polizei so hervorragend auf den jetzigen Einsatz vorbereiten.
Orientierungslose Jugendliche wird es immer wieder geben. Sie gehören zu unserer Wohlstandsgesellschaft einfach dazu. Doch es gibt viele Möglichkeiten, sich in das öffentliche Leben einzubringen. In Deutschland muss niemand Hunger leiden, wenn man nur ein wenig Eigeninitiative zeigt – Eigeninitiative jenseits von der Anwendung von Gewalt. Aber wer sich von Staat und Gesellschaft nicht helfen lassen will, darf auch nicht auf deren Schutz vertrauen.
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