Eins, zwei, drei, vier, Beckstein ...

...alles muss versteckt sein.
Die Punkszene bereitet sich auf ein "Katz und Maus - Spiel" mit der Polizei vor. Am Wochenende wird sich zeigen, ob die Stadt München ausreichend vorgesorgt hat. Straßensperren, Zufahrtskontrollen,
Personenbeobachtung, Veranstaltungsverbot und Innenstadtverriegelung. Fast hat es den Anschein, als ob das Chaos schon begonnen hätte. Doch die Punks werden alles versuchen, am ersten Augustwochenende München einzunehmen.
"Erfahrungsgemäß kommen immer welche durch", so die eindeutige Aussage der Chaos-Tage-Gänger. Und wenn es doch nicht klappen sollte, dann bereiten sich die Jugendlichen auf ein "Partywochenende im Knast" vor. No Future, die Parole des Punk in den 80er Jahren, scheint immer noch präsent zu sein. "Das Lustigste an den Chaos-Tagen ist das Saufen und die kleinen Spiele mit den Grünen!" berichtet ein Punk aus Hannover. Die Grünen, das sind die Polizei, die Bullen, wie sie oft verächtlich genannt werden.
Und die werden zu den Chaos-Tagen in München alle Hände voll zu tun haben. Bis zu 3000 Chaoten und krawallwütige Jugendliche, so die offiziellen Schätzungen der Behörden, werden zu dem Punkertreffen erwartet. Die Punker drohen schon seit Monaten mit ihrer Anwesenheit. Feiern wollen sie. Doch diese Art zu Feiern endet meistens mit einigen Straßenzügen in Schutt und Asche. Schon im Februar berichtete der FOCUS von diesbezüglichen Aufrufen im Internet.
Die Münchener Bürger sehen dem Ganzen bisher noch gelassen entgegen. Eine, engagiert ins Leben gerufene, Unterschriftenaktion gegen Gewalt fand bisher kaum Beachtung. Kaum einer der Einwohner Münchens war bereit, offiziell gegen Gewalt und Zerstörung einzustehen. Das Vertrauen in die Arbeit der Sicherheitsbehörden ist groß. Ebenso wie die Gleichgültigkeit gegenüber der drohenden Gefahr der Zerstörung von Privateigentum.
Die Demokratie muss von allen Bürgern ständig auf´s Neue verteidigt werden. Wer sich Schutz vom Staat erwartet, muss dafür auch etwas tun. Anderswo wird Zivilcourage eingefordert. München wäre eine Stadt, wo sie auch gelebt und gezeigt werden könnte. Und dass sich kurz vor der Bundestagswahl kaum einer zu persönlichem Einsatz bewegen lässt, spricht Bände. Politikverdrossenheit und allgegenwärtige Gleichgültigkeit allerortens.
Die Chaoten sollen auf jeden Fall schon bei der Anreise, bevor sich der Mob formieren kann, zurückgewiesen werden. Wer also eindeutig der Szene zuzurechnen ist und keinen dringenden Grund vorweisen kann, die Stadt München zu betreten, wird gleich wieder nach Hause geschickt. Für Krawallos wird am ersten Wochenende in München kein Platz sein.
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